Mensch und Maschine

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Steiners Maschine-Mensch und der Wirtschaftsliberalismus

In einem Vortragszyklus im Jahr 1917 erklärte Rudolf Steiner seinen Zuhörern, dass es in der Zukunft Maschinen mit Eigenleben geben werde. Er erwartete dies für die damals präsenten mechanischen Maschinen. Mit dieser Vorausschau vermittelte er aus seiner Sicht die damit verbundene Gefahr der Besitzergreifung der Maschinen durch elementare Wesenheiten.

Übertragen wir diese Ankündigung in die heutige Zeit, so wird erkennbar, dass die sich aktuell entwickelnden digitalen „Maschinen“ (sogenannte Bots und Sprachmodelle) sowie die mit ihnen ausgestatteten physischen Objekte diese Prophezeiung erfüllen. Wir erleben eine rasante Entwicklung elektronisch gesteuerter Prozesse jeglicher Genese, die durch Konstrukte ausgeführt werden, die sich selbst als Maschinen oder Modelle bezeichnen (KI).

Vorweg sei die Perspektive genannt, aus der nun die folgenden thematischen Ergänzungen erfolgen. Kenntnisse der Theosophie, wie sie im Grundlagentext und den ergänzenden Texten dargestellt ist, werden als Abgleich mit den sich zeigenden Phänomenen vorausgesetzt.

Wenn Mahatma M. in den Tagebüchern H. Roerichs auf die Frage „Was ist mit der Wirtschaft?” antwortet: „Die Wirtschaft ist in allem”, erhält dieser Bereich eine hervorgehobene Bedeutung.

Ziel des ES (kosmischer Logos) ist es, wie im Grundlagentext dargestellt, das Bewusstsein und die daraus resultierende Handlung durch den Freien Willen auf eine höhere Stufe zu heben und so die Vernetzung von Jedem mit Allem zu verfeinern. Wirtschaft ist ein zentraler Handlungsanker für dieses Vorhaben im Labor der Selbständigkeit. Eine regelbasierte Wirtschaft, die das Wohl des Ganzen im Blick hat, um dem Gemeinwesen jeder Größe bis hin zum planetarischen Ganzen zu dienen, ist der Kernpunkt des Fortschritts (oder des Rückschritts. Die Absicht des ES, das menschliche Naturreich höher vom instinktbasierten Tierreich zu entwickeln, ist dem Labor des planetarischen Schmelztiegels in die jeweilige Geburtsurkunde geschrieben. Es hat Fehlversuche gegeben und es können weitere Fehlversuche mit Abbruch folgen.

Dennoch hat sich in den vergangenen 100 Jahren kontraproduktiv zum Ziel der menschlichen Fortentwicklung die Gleichsetzung des menschlichen Handelns und Denkens mit dem instinktbasierten Tierreich in neuer Form und Theorie im freien Willen der Menschheit entwickelt.

Das vermeintliche Recht des Stärkeren, Schwächere zu versklaven und auszubeuten, ist in verschiedenster Verkleidung zum Bestandteil von Theorie und Praxis des planetarischen Lebens geworden.

Als zentraler Inhalt der sogenannten liberalen Wirtschaftstheorie kann die Theorie Hayeks und weiterer Theoretiker genannt werden, die ab 1947 im Sinne dieser Theorie tätig wurden. Der sogenannte Wirtschaftsliberalismus basiert auf den menschenverachtenden Grundsätzen dieser Theorie, die einen falsch verstandenen Darwinismus aus dem Tierreich übernimmt. Er hat für seine Anhänger in Politik und Wirtschaft inzwischen den Status einer Pseudoreligion erreicht, obwohl es keinen Staat und keine Kultur gibt, die nach diesen Grundsätzen funktioniert haben.

Sie wird manipulativ beworben und als Heilsbringer dargestellt. Wenn sie in der Politik und damit auch in der Wirtschaft realisiert wird, führt dies schnell zu einer Spaltung in wenige Reiche und arme Massen. Eine besondere Variante dieser Verdummung zeigt sich in der evangelikalen Bewegung (primär in den USA), die diejenigen, die sich aufgrund fehlender sinnvoller Regeln bereichern, als von Gott zum Reichtum auserwählt und belohnt bezeichnet. Die aktuellen Bezüge sollte jeder Leser erkennen.

Neuzeitlich übernehmen die Tech-Größen in offensiver Forderung die Grundsätze des Wirtschaftsliberalismus. Einige von ihnen arbeiten schon länger mit Algorithmen, durch die sie die Nutzer ihrer Produkte emotional und gedanklich, wie Sklavenfänger kontrollieren

Die von ihnen entwickelten Sprachmodelle und Bots (Suchroboter) haben die Macht, die gesamte Menschheit zu beeinflussen und zu dominieren. Wenn sich also abzeichnet, dass die von ihnen propagierte, extrem darwinistische Wirtschaftsliberalität zum globalen Existenzkampf wird, steht das im Grundlagentext beschriebene Labor des freien Willens für eine bessere Gemeinschaft auf planetarischer Ebene vor dem Scheitern.

Die Folge wäre die Zerstörung der lebensnotwendigen Ressourcen des Planeten. Wenn die digitalen Maschinen, Sprachmodelle und Roboter durch einen diabolisch interpretierten freien Willen ermächtigt werden, die überwiegend im Netz verbreiteten Dummheiten und Lügen immer weiter zu kreieren, zu spiegeln und zu verstärken, entsteht durch die ständige Berieselung ein Chaos im Fühlen und Denken und letztlich auch im Physischen.

Wo bleibt die Theosophie? Sie hat keine Maschinen oder Roboter zur Verfügung, ihre Methode muss den freien Willen achten und ihr Ziel ist die Überzeugung durch das langsame Wachsen des Bewusstseins, wie wir es in den zahlreichen Texten angeboten haben und weiter anbieten werden.

Wir wissen, dass eine Seite wie unsere im Netz einem „Rufer in der Wüste“ gleichkommt.

Glossar

  • Digitale Elementarwesen: Geistige Kräfte, die durch technik-zentriertes, ethikfreies Denken in Maschinen und Algorithmen einziehen.
  • Sklavenhänlder-Algorithmen: Mechanismen der Tech-Industrie, die menschliche Aufmerksamkeit und Emotionen zur Profitmaximierung binden.
  • Labor des freien Willens: Die Erde als Experimentierfeld des Logos, in dem die Menschheit lernt, sich bewusst für das Gemeinwohl zu entscheiden.

Er beobachtete, dass mechanische (und heute digitale) Prozesse, die ohne geistiges Bewusstsein ablaufen, Raum für niedere Naturgeister (Elementale) schaffen, die den menschlichen Fortschritt hemmen.

Sie setzt auf das langsame Wachsen des Bewusstseins und fordert, den freien Willen für eine bessere Gemeinschaft auf planetarischer Ebene zu nutzen.